Müller-Hof Newsletter – Juni 2017

ars – aktuelles aus Recht und Steuern

Gefahr durch die “Chefmasche”

In den Unternehmen ist eine neue Betrugsmasche festzustellen. Folgender Fall aus unserer Praxis: Die Buchhalterin bekam per E-Mail die Anweisung von ihrem Chef, unverzüglich EUR 45.000,00 an einen bestimmten Lieferanten in Italien zu überweisen. Die Sache sei höchst eilig und unbedingt vertraulich zu behandeln. Beigefügt war eine Rechnung des italienischen Lieferanten, mit welcher für das Unternehmen typische Waren in Rechnung gestellt waren.

Interessant war, dass die Anweisung des Chefs ungefähr den Stil und die Aufmachung hatte, welche von dem Chef üblicherweise gepflegt wurde. Die Buchhalterin ist dennoch stutzig geworden und hat bei dem Geschäftsführer nachgefragt. Es stellte sich heraus, dass die Anweisung zu dieser Zahlung nicht von dem Geschäftsführer stammte. Es handelte sich um einen Fall der sogenannten „Chefmasche“. Mehrere von uns betreute Unternehmen sind aktiv von solchen Fällen betroffen.

Mit der „Chefmasche“ werden aktuell Hunderte von Unternehmen veranlasst, schnell und diskret Geldüberweisungen aus einem erfundenen Grund in das Ausland zu tätigen. Inzwischen geht man davon aus, dass dieser Betrug zu einem Milliardenschaden geführt hat.

Dahinter steckt ein weltweit operierendes Netzwerk aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Die Betrüger arbeiten sorgfältig und bereiten sich gut vor. Sie sind über das Unternehmen bestens im Bilde, haben sich wochenlang vorbereitet und Informationen gesammelt, um ihren Angriff zu starten. Betroffen sind Großkonzerne und insbesondere auch Mittelständler. Besonders anfällig sind eher hierarchisch geführte Unternehmen, in denen Zweifel und Widerspruch unüblich sind. Der Buchhalter oder die Buchhalterin folgen deshalb der Weisung unverzüglich und führen unter Wahrung absoluter Verschwiegenheit die Zahlungsanweisung durch.

Betroffene Mitarbeiter in der Buchhaltung oder in sonstigen Abteilungen, die berechtigt sind, größere Überweisungen zu tätigen, sollten unbedingt auf diese „Chefmasche“ hingewiesen werden. Sollte eine Überweisung aufgrund einer Betrugstat erfolgt sein, sollten nicht nur die Anwälte, sondern auch die Polizei sowie die Hausbank unverzüglich eingeschaltet werden, um den Geldtransfer vielleicht noch zu stoppen.

Infos aus unserer Kanzlei:

Familienrecht: Zugewinnausgleich bei inhabergeführten Unternehmen und freiberuflichen Praxen

13. Januar 2020Familienrecht, Newsletter, Stephan Stöcker

Bei einer Scheidung ist der während der Ehe erzielte Zugewinn auszugleichen. Wenn nichts anderes im Ehevertrag geregelt wurde, gilt das auch für den gestiegenen Wert von inhabergeführten Unternehmen und freiberuflichen Praxen. In seinem Beitrag gibt Rechtsanwalt Stephan Stöcker Hinweise zu den verschiedenen Berechnungsmethoden und dem Beurteilungsspielraum, der bei der Bewertung besteht....

Gesellschaftsrecht: Der freiwillige Beirat – Beifall oder Beileid?

13. Januar 2020Gesellschaftsrecht, Ingra Eva Herrmann, Newsletter

Auch wenn gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, dass eine GmbH einen Beirat haben muss, und obwohl die Geschäftsführung und Gesellschafter dadurch eingeschränkt werden können, kann es im Einzelfall gute Gründe geben, freiwillig einen Beirat einzurichten. Tipps und Gestaltungsmöglichkeiten enthält der Beitrag von Ingra Eva Herrmann, Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht....

Arbeitsrecht: Auskunft und Schmerzensgeld auf datenschutzrechtlicher Grundlage?

13. Januar 2020Arbeitsrecht, Martin Hertzberg, Newsletter

Nach einem Urteil des LAG Baden-Württemberg hat ein Arbeitnehmer ein Recht darauf, vom Arbeitgeber eine Kopie seiner dort erfassten personenbezogenen Leistungs- und Verhaltensdaten zu erhalten. Auch gibt es inzwischen Fälle, in denen erhebliche Schmerzensgeldbeträge wegen eines Datenschutzverstoßes gefordert werden. Mehr zu dieser neuen Entwicklung erfahren Sie in dem aktuellen Beitrag von...

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